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By Acquis Compliance | Mon Oct 13 2025 | 2 min read

Die Verordnung (EU) 2024/1781, die am 13. Juni 2024 vom Europäischen Parlament und dem Rat verabschiedet wurde, bietet einen umfassenden Rahmen für die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen zur Förderung nachhaltiger Produkte. Diese Verordnung steht im Einklang mit dem Europäischen Grünen Deal und dem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, um Umweltbelastungen zu reduzieren, die Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Produkten zu verbessern und nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu fördern.

Hauptziele und Grundprinzipien

Europäischer Grüner Deal

Der Europäische Grüne Deal ist die EU-Strategie zur Erreichung nachhaltigen Wachstums. Er zielt darauf ab, die EU in eine faire und wohlhabende Gesellschaft mit einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu verwandeln. Bis 2050 strebt die EU an, klimaneutral zu werden und ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen und deren Entzug aus der Atmosphäre zu erreichen.

Übergang zur Kreislaufwirtschaft

Die Verordnung unterstützt den Übergang von einer linearen Wirtschaft, die durch ein Nehmen-Machen-Wegwerfen-Modell gekennzeichnet ist, zu einer Kreislaufwirtschaft. Dieser Übergang konzentriert sich auf die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten durch verbessertes Design, Förderung von Wiederverwendung, Reparatur und Recycling sowie Verringerung der Abhängigkeit von neuen Materialien. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Abfälle und Umweltauswirkungen zu minimieren und die Ressourceneffizienz zu maximieren.

Umfang und Anwendbarkeit

Abgedeckte Produkte

Die Verordnung gilt für alle physischen Güter, die auf dem Markt bereitgestellt oder in Betrieb genommen werden, einschließlich Komponenten und Zwischenprodukte. Sie umfasst auch digitale Inhalte, wenn diese für das Funktionieren des physischen Produkts wesentlich sind. Dieser breite Anwendungsbereich stellt sicher, dass eine Vielzahl von Produkten im Hinblick auf Nachhaltigkeit gestaltet wird.

Ausnahmen

Bestimmte Ausnahmen werden für Produkte gewährt, bei denen Ökodesign-Anforderungen als unnötig erachtet werden. Diese umfassen:

  • Lebensmittel und Futtermittel: Wie in der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 definiert, einschließlich der allgemeinen Grundsätze des Lebensmittelrechts.
  • Arzneimittel: Wie in der Richtlinie 2001/83/EG und der Verordnung (EU) 2019/6 definiert, die sowohl Human- als auch Tierarzneimittel abdecken.
  • Fahrzeuge: Bestimmte Fahrzeuge, die anderen umfassenden Vorschriften unterliegen, sind ausgeschlossen, obwohl E-Bikes und E-Scooter nicht ausgenommen sind.

Ökodesign-Anforderungen

Verbesserung der Produktnachhaltigkeit

Die Verordnung schreibt Anforderungen vor, um verschiedene Aspekte der Produktnachhaltigkeit zu verbessern, darunter:

  • Haltbarkeit: Sicherstellung, dass Produkte langlebig und robust sind.
  • Reparierbarkeit: Produkte leichter reparierbar machen, mit Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Reparaturinformationen.
  • Recyclingfähigkeit: Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Produkten am Ende ihres Lebenszyklus.

Ressourceneffizienz

Um die Ressourceneffizienz zu adressieren, konzentriert sich die Verordnung auf:

  • Energieeffizienz: Senkung des Energieverbrauchs von Produkten während ihrer Nutzungsphase.
  • Materialeffizienz: Förderung der Verwendung von recycelten Materialien und Minimierung der Verwendung gefährlicher Stoffe.
  • Abfallreduktion: Ermutigung zu Designs, die die Abfallentstehung reduzieren und die Rückgewinnung wertvoller Materialien erleichtern.

Bekämpfung vorzeitiger Obsoleszenz

Die Verordnung umfasst Maßnahmen zur Bekämpfung vorzeitiger Obsoleszenz, um sicherzustellen, dass Produkte für Langlebigkeit konzipiert sind und die Umweltauswirkungen häufiger Produktwechsel verringert werden.

Informationen und Kennzeichnung

Digital Product PassportEin zentrales Merkmal der Verordnung ist der digitale Produktpass, der umfassende Informationen über ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus bereitstellen soll. Dieser Pass wird Angaben zur Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit und Wiederverwertbarkeit des Produkts enthalten, um Verbrauchern und Unternehmen fundierte Entscheidungen zu erleichtern.

Klare Kennzeichnung

Etiketten müssen klare und leicht verständliche Informationen für Verbraucher bereitstellen, die einen effektiven Produktvergleich ermöglichen. Dies umfasst physische Etiketten am Verkaufsort und Online-Informationen, die leicht zugänglich und interpretierbar sein sollten.

Rückverfolgbarkeit und Kommunikation

Die Verordnung verlangt die Rückverfolgung und Kommunikation von Informationen über besorgniserregende Stoffe in Produkten. Dies gewährleistet Transparenz und unterstützt bessere Recycling- und Wiederverwendungspraktiken, indem notwendige Informationen Verbrauchern, Recyclern und anderen Beteiligten bereitgestellt werden.

Implementierung und Durchsetzung

Delegierte Rechtsakte

Die Europäische Kommission ist befugt, durch delegierte Rechtsakte spezifische Ökodesign-Anforderungen für verschiedene Produktgruppen festzulegen. Diese Akte gewährleisten, dass die Verordnung an neue Produkte und Technologien angepasst werden kann, um ihre Relevanz und Wirksamkeit zu erhalten.

Register für digitale Produktpässe

Ein zentrales Register speichert Daten zu digitalen Produktpässen und erleichtert die Compliance-Prüfung durch Zoll- und Marktüberwachungsbehörden. Dieses Register stellt sicher, dass alle relevanten Produktinformationen für Durchsetzungs- und Überwachungszwecke leicht zugänglich sind.

Verstärkte Durchsetzung

Zollbehörden werden eine entscheidende Rolle bei der Überprüfung der Einhaltung an der Grenze haben, um sicherzustellen, dass nur konforme Produkte in den EU-Markt gelangen. Eine verstärkte Marktüberwachung wird zudem sicherstellen, dass Produkte, die sich bereits auf dem Markt befinden, weiterhin die erforderlichen Standards erfüllen.

Koordinierung mit anderen Unionsgesetzen

Kohärenz mit bestehenden Gesetzen

Die Verordnung stellt die Kohärenz mit bestehenden EU-Gesetzen zu Chemikalien, Verpackungen und Abfall sicher. Sie zielt darauf ab, diese Gesetze zu ergänzen und zu verbessern, um die Nachhaltigkeit zu fördern. Dies umfasst die Abstimmung mit dem Europäischen Produktregister für Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL) und der Datenbank für besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen (SCIP).

Verknüpfungen mit anderen Datenbanken

Der digitale Produktpass wird mit anderen EU-Datenbanken verknüpft, um einen umfassenden Überblick über die Umweltbilanz eines Produkts zu bieten. Diese Integration stellt sicher, dass alle relevanten Informationen für verschiedene Interessenvertreter zugänglich und nutzbar sind.

Engagement der Interessengruppen

Ökodesign-Forum

Ein Ökodesign-Forum wird eingerichtet, um mit den Mitgliedstaaten und Interessengruppen zu beraten. Dieses Forum wird eine Schlüsselrolle bei der Priorisierung von Produkten und der Festlegung von Ökodesign-Anforderungen spielen. Es wird sicherstellen, dass die Perspektiven aller relevanten Parteien im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden.

Priorisierung und Planung

Arbeitsplan

Die Kommission wird einen Arbeitsplan für mindestens drei Jahre verabschieden, der Produktgruppen aufführt, für die sie Ökodesign-Anforderungen festlegen will. Dieser Plan wird auf Kriterien wie potenzielle Umweltauswirkungen, Machbarkeit und Übereinstimmung mit den EU-Nachhaltigkeitszielen basieren.

Kriterien für die Priorisierung

Produkte werden nach ihrem potenziellen Beitrag zu den Klima-, Umwelt- und Energiezielen der EU priorisiert. Der Arbeitsplan wird einen ausgewogenen Ansatz sicherstellen, der wirtschaftliche und technische Aspekte berücksichtigt. Zu den vorrangigen Sektoren gehören:- Eisen, Stahl und Aluminium: Wichtige Materialien mit erheblichem ökologischem Fußabdruck.

  • Textilien: Insbesondere Bekleidung und Schuhe, die erhebliche Nachhaltigkeitsherausforderungen haben.
  • Möbel: Einschließlich Matratzen, mit Fokus auf Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit.
  • Reifen: Behebung von Abfall- und Recyclingproblemen.
  • Waschmittel, Farben und Schmierstoffe: Reduzierung gefährlicher Stoffe und Verbesserung der Nachhaltigkeit.
  • Chemikalien: Gewährleistung einer sichereren und nachhaltigeren Nutzung.
  • IKT-Produkte und Elektronik: Verbesserung der Energieeffizienz und Recyclingfähigkeit.
  • Energieverbrauchsrelevante Produkte: Erweiterung bestehender Maßnahmen auf neue Produktgruppen.

Schlussfolgerung

Die Verordnung (EU) 2024/1781 ist ein bedeutender Schritt zur Förderung nachhaltiger Produktgestaltung in der EU. Durch die Festlegung umfassender Ökodesignanforderungen zielt die Verordnung darauf ab, Umweltauswirkungen zu reduzieren, eine Kreislaufwirtschaft zu fördern und sicherzustellen, dass nachhaltige Produkte zur Norm auf dem EU-Markt werden. Diese Verordnung stellt einen ganzheitlichen Ansatz für Nachhaltigkeit dar, der verschiedene Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialziele integriert.

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Umfassender Leitfaden zur Verordnung (EU) 2024/1781

Die Verordnung ist das neue EU-weite Ökodesign-Regelwerk, das ab Juni 2024 gilt. Sie ersetzt das bisherige Ökodesign-Rahmenwerk und legt umfassende Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Produkten fest – von Haltbarkeit bis Recyclingfähigkeit.
Alle physischen Güter, die in der EU in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, einschließlich Komponenten und Zwischenprodukte. Ausnahmen gibt es u. a. für Lebensmittel, Futtermittel, Arzneimittel und bestimmte Fahrzeuge.
Förderung von Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit Stärkung der Ressourceneffizienz (Energie- und Materialeinsparung) Bekämpfung von geplanter Obsoleszenz Einführung eines digitalen Produktpasses zur Transparenz
Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein zentrales Instrument, das Informationen zu Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und enthaltenen Stoffen eines Produkts bereitstellt. Er soll Verbrauchern, Händlern und Recyclern helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Im ersten Arbeitsplan fokussiert die EU auf u. a.: Eisen, Stahl, Aluminium Textilien (v. a. Bekleidung & Schuhe) Möbel & Matratzen Reifen Waschmittel, Farben, Schmierstoffe, Chemikalien IKT-Produkte & Elektronik energieverbrauchsrelevante Produkte
Zollbehörden prüfen Importe an der Grenze Marktüberwachungsbehörden kontrollieren Produkte auf dem EU-Markt Verstöße können zu Marktzugangsverboten, Rückrufen und Sanktionen führen
Die Verordnung ergänzt bestehende EU-Regeln, z. B. REACH (Chemikalien), SCIP (gefährliche Stoffe in Produkten) und EPREL (Energielabel-Datenbank). Durch Verknüpfungen mit dem Digitalen Produktpass entsteht ein einheitliches System für Nachhaltigkeitstransparenz.