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Man könnte Full Material Disclosure (FMD) als ein Compliance-Tool betrachten, und das wäre richtig.
Aber es ist auch etwas anderes: ein Wegbereiter für Nachhaltigkeit.
- Möchten Sie Ihren CO2-Fußabdruck reduzieren?
- Recycelbare Produkte gestalten?
- ESG-Ziele erreichen oder eine Kreislaufwirtschaftsstrategie unterstützen?
All das können Sie nicht tun, ohne zuerst eine Frage zu beantworten:
*„Was genau ist in unserem Produkt?“*
Und genau das beantwortet FMD — Zeile für Zeile, Substanz für Substanz.
Warum ESG FMD benötigt

Wenn Ihr Unternehmen über ESG-Metriken berichtet (oder dies bald tun wird), sollte FMD bereits auf Ihrem Radar sein. Hier ist der Grund:
Umwelt (E)
Sie können Ihre Emissionen, Abfälle oder Recyclingfähigkeit nicht verwalten, ohne zu wissen, mit welchen Materialien und Substanzen Sie arbeiten.
FMD unterstützt:
- Scope-3-Kohlenstoffemissionen-Nachverfolgung
- Lebenszyklusbewertung (LCA)
- Recycelbarkeitsbewertung
- Materialknappheit & Beschaffungsrisikoanalyse
- Entscheidungen für grünes Design auf F&E-Ebene
Soziales (S)
FMD hilft sicherzustellen, dass die in Ihren Produkten verwendeten Materialien nicht aus unethischen oder unsicheren Quellen stammen.
Denken Sie an:
- Exposition gegenüber gefährlichen Substanzen (Prop 65, TSCA, REACH)
- Arbeitssicherheit während der Herstellung
- Transparenz für bewusste Verbraucher
Governance (G)
Ein strukturiertes FMD-Programm hilft, Risiken zu reduzieren, Sorgfaltspflichten in der Lieferkette zu gewährleisten und Vorwürfe des Greenwashings zu vermeiden, insbesondere da ESG-Audits häufiger werden.
Wollen Sie den CO2-Fußabdruck berichten? Sie benötigen zuerst FMD.
Angenommen, Sie möchten den CO2-Fußabdruck eines Produkts berichten.
Sie benötigen:
- Die Masse jedes Materials im Produkt
- Die Art des Materials (z.B. recyceltes Aluminium vs. Primäraluminium)
- Das verwendete Verfahren (z.B. Gießen, Beschichten, Überziehen)
- Und wo möglich, emissionsspezifische Faktoren oder lieferantenspezifische Emissionsfaktoren
*Ein Teil der ESG-Berechnungen beginnt damit, dass Sie es erraten haben, Full Material Disclosure.*
Kein FMD?
Sie sind gezwungen, mit generischen Datenbankwerten zu schätzen. Das ist, als ob man die Kalorienaufnahme nur durch Ansehen des Tellers erraten würde.
Digitale Produktpässe (DPP) werden FMD verpflichtend machen
Der EU-Rahmen für den digitalen Produktpass (DPP) kommt schnell – und wird die Art und Weise verändern, wie Nachhaltigkeitsdaten über die Lieferkette fließen.
DPPs werden:
- Transparenz auf Material- und Substanzenebene verlangen
- An regulatorische Rahmen gebunden sein (REACH, RoHS, Ökodesign)
- Ziele der Kreislaufwirtschaft unterstützen, indem sie Recycler und Endnutzer informieren
Und im Zentrum des Ganzen?
*FMD.*
Wenn Sie Produkte für den EU-Markt herstellen, wird FMD nicht nur hilfreich, sondern erforderlich sein.
Kreisförmiges Design beginnt mit Materialkenntnis
*Man kann nicht für Wiederverwendung, Recycling oder Rückgewinnung entwerfen, wenn man nicht weiß:*
- Welche Substanzen mit der Recyclingfähigkeit interferieren könnten?
- Welche Materialien gefährlich oder eingeschränkt sind
- Was tatsächlich am Lebensende getrennt werden kann
*FMD hilft Teams:*
- Materialien zu vermeiden, die Entsorgungsprobleme am Lebensende verursachen
- Mit Blick auf die Recyclingfähigkeit zu entwerfen
- Nachhaltige, ressourcenschonende Alternativen von Anfang an auszuwählen
Abschließendes Wort: FMD ist die DNA einer nachhaltigen Produktstrategie
*Wenn ESG das Warum ist, dann ist FMD das Wie.*
Sie wollen Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Vertrauen? Sie beginnen mit Daten. Vollständige, genaue Materialdaten.
Denn man kann nicht verbessern, was man nicht messen kann, und man kann nicht messen, was man nicht einmal weiß, dass es im Produkt existiert.
Als Nächstes: Vorbereitung auf digitale Produktpässe — Eine FMD-Checkliste für Hersteller
In unserem nächsten Beitrag erläutern wir, was Unternehmen jetzt tun müssen, um sich auf die Einführung von DPP vorzubereiten — und wie ein starkes FMD-Programm Ihnen einen Vorsprung verschafft.
