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Da Verbraucher und Regulierungsbehörden zunehmend ethische Beschaffung und Transparenz in der Lieferkette verlangen, sind Unternehmen unter Druck, ihre Produkte als konfliktfrei und weltweit standardkonform zu belegen. Im Zentrum dieser Sorgfaltspflichten steht die Untersuchung des Herkunftslandes (Reasonable Country of Origin Inquiry, RCOI) — ein Prozess, der darauf abzielt, die Herkunft von Konfliktmineralien wie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG) zu ermitteln.
In Branchen von der Elektronik bis zur Automobilindustrie werden 3TG-Mineralien häufig aus Konflikt- und Hochrisikogebieten (CAHRAs) bezogen, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und angrenzenden Ländern. Ohne strenge Sorgfaltspflichten riskieren Unternehmen, bewaffnete Konflikte und Menschenrechtsverletzungen zu finanzieren.
Warum RCOI wichtig ist
Das Durchführen von RCOI ist eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, die unter Abschnitt 1502 des Dodd-Frank Act fallen, und stellt den ersten Schritt bei der Einreichung des Formblatts SD bei der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) dar. Über die Compliance hinaus unterstützt RCOI:
- Ethische Beschaffungspolitiken
- Reduziert Ruf- und rechtliche Risiken
- Baut eine nachhaltige Lieferkette auf
- Entspricht den OECD-Leitlinien zur Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolle Lieferketten von Mineralien
- Bereitet Unternehmen auf die EU-Verordnung zu Konfliktmineralien 2017/821 vor
RCOI-Prozess: Wichtige Schritte
1. Produktfilterung Identifizieren Sie, welche Ihrer Produkte 3TG-Mineralien enthalten und unter den Geltungsbereich von RCOI fallen. Dies hilft, die Grenzen Ihrer Compliance-Berichterstattung zu definieren.
2. Lieferantenidentifikation & Kontaktaufnahme Bestimmen Sie, welche Lieferanten zu diesen Produkten beitragen, und fordern Sie Beschaffungsinformationen an. Verwenden Sie branchenübliche Werkzeuge wie das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT), um diesen Prozess zu optimieren.
3. Datenerfassung & Analyse Sammeln Sie ausgefüllte CMRTs und unterstützende Dokumentationen. Verwenden Sie Software wie Acquis, um Schmelzdaten mit branchenweit anerkannten Schmelzlisten (RMAP, RMI) zu validieren.
4. Risikobewertung & Warnsignale Überprüfen Sie, ob Schmelzen/Raffinerien in CAHRAs oder als nicht konform gekennzeichnet sind. Wenn Risiken gefunden werden, führen Sie eine erweiterte Sorgfaltspflicht durch und dokumentieren Sie alle ergriffenen Maßnahmen.
5. Dokumentation & SEC-Einreichung (Formblatt SD) Bewahren Sie alle Daten für mindestens 5 Jahre auf. Bereiten Sie dann das Formblatt SD vor und reichen Sie es ein, sowie ggf. einen Konfliktmineralienbericht (CMR) bis zur jährlichen Frist am 31. Mai.

Häufige RCOI-Herausforderungen
- Niedrige Antwortquoten von Lieferanten
- Unvollständige CMRTs
- Unvalidierte Schmelzdaten
- Manuelle Nachverfolgungen und fehlende Automatisierung
Welche globalen Standards erfordern RCOI?
- U.S. Dodd-Frank Act (Abschnitt 1502) – Für börsennotierte Unternehmen
- OECD-Leitfaden zur Sorgfaltspflicht – Globaler Best-Practice-Standard
- EU-Verordnung 2017/821 – Gilt für EU-Importeure von 3TG aus CAHRAs
Aufkommende Rahmenwerke wie die Richtlinie der EU zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) und das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verstärken RCOI als globale Best Practice, auch für private Unternehmen.
RCOI vs. Due Diligence – Was ist der Unterschied?
- RCOI = Vorläufige Untersuchung, um festzustellen, ob 3TG-Mineralien aus CAHRAs stammen
- Due Diligence = Umfassende Nachuntersuchung, wenn in der RCOI-Phase Warnsignale erkannt werden
Wie Acquis RCOI vereinfacht
Acquis’s **[Konfliktmineralien-Compliance-Programm](https
